Juni: Halmondohrring

06-Ohrgehänge

Halbmondohrring

Mondsichelförmiger Ohrring
975 -1025, Gold, Glasfluss, Amethyst, Perlen
Mainz, Bereich Stadionerhof und Flachsmarkt.

Der Halbmondohrring wurde 1904 bei Abriss- und tiefgründigen Ausschachtungsarbeiten im Bereich der ehemaligen Stadionerhofkaserne entdeckt. Nach dem Fundbericht fand sich in einer Tiefe von vier Metern ein unstratifiziertes Konglomerat aus Brandschutt, Keramik und Metallobjekten unterschiedlicher Zeitstellungen. Neben Pingsdorfer Ware und „zwei Kugeltöpfe aus schwärzlichem und naturfarbigem Thon“ wurde auch der Ohrring gefunden.

Die beiden als Cabochon geschliffenen Amethyste rechts und links, sowie der Glasfluss in der Mitte wurden mit in Schlaufen gelegtem Golddraht gefasst.
Die Perlen sind von halbkugeligen Goldblechen einfasst. Filigrane Verzierungselemente und Granulation gehören ebenso zu dem reich verzierten Goldschmuck. Zudem wird die innere Mondbiegung durch einen runden Einsatz betont. Die abgerundeten Sichelenden sind mit Goldbuckeln hervorgehoben, an denen die Ösen für den Tragbügel befestigt sind. Formal ist eine bis ins Detail gehende Ähnlichkeit mit einem Ohrringpaar aus Berlin zu beobachten. Daher können das Mainzer Einzelstück, die Berliner Ohrringe und der Hals- und Brustschmuck der Kaiserin Gisela zu einer Gruppe zusammengefasst werden.
GDKE, Landesmuseum Mainz, Inv.-Nr. 0,356

 
 

Seite 2 von 73