Sonderausstellung
Das Kellergewölbe
Das Kellergewölbe im Edelsteinmuseum ist ein wichtiger Teil des Museums, der 1998 mit der Ausstellung "Deutsche Steinschneidekunst aus dem grünen Gewölbe zu Dresden" eröffnet wurde. Es bietet genügend Raum und ein einzigartiges Ambiente für die regelmäßig stattfindende Sonderausstellungen.
Aktuelle Sonderausstellung
„Licht, Stein und Vision“
„Licht, Stein und Vision“
Eine Hommage an Bernd und Tom Munsteiner
Bernd und Tom Munsteiner zählen zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der internationalen Edelsteinkunst und sind eng mit Idar-Oberstein verbunden.
Sie setzten mit ihren innovativen Arbeiten neue künstlerische Impulse in der Edelsteinbearbeitung und prägten damit die internationale Wahrnehmung avantgardistischer Steinkunst.
Bernd Munsteiner revolutionierte die Edelsteinbearbeitung, indem er den traditionellen Facettenschliff aufbrach und Edelsteine als künstlerisches Ausdrucksmittel neu definierte.
Er rückte die gewachsene Struktur und den inneren Ausbau des Steins in den Fokus und öffnete mit neu entwickelten Schliffen den Blick in das Innere transparenter Steine. Der Kristall wurde zu einem Raum, in dem Licht, Tiefe und Struktur erfahrbar werden.
Tom Munsteiner führte dieses außergewöhnliche Erbe mit eigener, zeitgenössischer Handschrift fort. Er verband höchste handwerkliche Präzision mit moderner Formensprache und innovativen Schliffkonzepten.
Geometrische Elemente wie Prismen, Kreise oder exakt gesetzte Einschnitte treffen auf weiche organische Linien und verleihen seinen Arbeiten eine besondere Spannung. Sie erinnern zugleich an architektonische Konstruktionen und an gewachsene Naturformen.
Heute wird das Atelier in Stipshausen von Jutta Munsteiner gemeinsam mit ihrem Sohn Philipp weitergeführt. In der Verbindung von Tradition und persönlicher Weiterentwicklung lebt die künstlerische Haltung der Familie fort: der Edelstein als Ausdruck von Identität, Zeit und innerer Bewegung.
Rückblick
Edle Gefäße - Alltagsgegenstände als Luxusobjekte
Die Schalenschleifkunst
Das Edelsteinschleiferhandwerk in und um Idar-Oberstein blickt auf eine rund 500-jährige Geschichte zurück. Anders als in vielen historischen Zentren der Steinschneidekunst hat sich das Handwerk hier bis heute lebendig erhalten und stetig weiterentwickelt.
Im Mittelpunkt unserer Ausstellung steht die kunstvolle Herstellung von Edelsteinschalen und Hohlschliffgefäßen – ein Handwerk, das viel Geschick, Geduld und ein tiefes Verständnis für das Material erfordert. Bereits im 18. Jahrhundert entstand in der Region die erste Schleife, in der einzigartige Stücke gefertigt wurden – mit großer Präzision und für Fürsten und Königshäuser in der ganzen Welt.
Die Ausstellung zeigt, wie aus den Rohsteinen durch aufwendige Schleiftechniken echte Unikate entstehen. Die Technik des Hohlschliffs besteht darin, mit verschieden großen Röhrenbohrern aus dem Rohstein des innere herauszubohren. Danach werden sie ausgeschliffen, geglättet und poliert, Kein Stück gleicht dem anderen – jedes Objekt spiegelt die Schönheit und Eigenart des Natursteins wider.
Trotz wiederkehrender Rückschläge und Konkurrenz von Edelsteinzentren mit niedrigeren Lohnkosten hat sich ein vielschichtiges, pulsierendes Netzwerk rund um das Edelsteinhandwerk erhalten. Die Gemeinschaft der Edelsteinexperten in der Region genießt national wie international hohes Ansehen.
Was die Menschen in unserer Stadt und der Region tun, ist etwas Besonderes: Sie schleifen und handeln mit Objekten, deren Schönheit das Leben viele Menschen bereichert.
Collection Trois Mages
Die Kunst, Steine zu schneiden (Glyptik) ist eine der ältesten Kunstformen der Welt. Als Siegel oder Amulette gibt es geschnittene Steine seit den frühesten Reichen des alten Orients. Die Formen reichen von den Stempel- und Rollsiegeln über die Skarabäen bis zu den Cameos. Durch orientalische und ägyptische Einflüsse hatte die Glyptik ihre Blütezeit in der Welt der Griechen, der Etrusker, der Phönizier und im römischen Herrschaftsraum.
Alle Kulturkreise hatten ihren eigenen Stil, ihre Bilder in Steinen zu gestalten. Deren Farbspektrum reicht vom wasserklaren Bergkristall über eine Fülle gelber, oranger, roter und grüner Steine bis zum undurchsichtigen schwarzen Jaspis.
Oftmals nur von Fingernagelgröße, genießen Gemmen als Kleinkunstwerke seit der Antike höchste Wertschätzung. Die im Deutschen Edelsteinmuseum Idar-Oberstein gezeigte Ausstellung von 110 gravierten Steinen aus der Privatsammlung „Collection Trois Mages“ bietet vollkommene Beispiele für die Kunst des Steinschnitts und für die historische Entwicklung über alle antiken Epochen.
Das Deutsche Edelsteinmuseum ist sehr dankbar dafür, dass diese weltweit einmalige Ausstellung in Idar-Oberstein gezeigt werden kann.
BESUCH PLANEN
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Stiftung Deutsches Edelsteinmuseum
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